Durch den digitalen Wandel und nicht zuletzt auch die Corona-Pandemie steigt die Komplexität von IT-Systemen rasant. Unternehmen und insbesondere ihre IT-Abteilungen müssen sich immer wieder neu auf veränderte Rahmenbedingungen, Prozesse und Technologien einstellen.
Eine Service Roadmap unterstützt die Entwicklung Ihrer IT-Systeme zielgenau. Warum genau Sie für jeden Ihrer bestehenden oder neu zu implementierenden IT-Services eine solche Roadmap haben sollten und wie Sie aus einzelnen Roadmaps ein Projektportfolio für Ihre Organisation ableiten, zeigen wir im Folgenden auf.
Bestandteile einer Service Roadmap
Eine Service Roadmap ist eine visuelle Darstellung der Weiterentwicklung eines IT-Services sowie dessen Service-Komponenten.
Ein Service wird dabei in seine Bestandteile wie Hardware, Betriebssystem, Applikationen, Endgeräte etc. unterteilt. Jede Service-Komponente wird anhand ihres Lebenszyklus geplant und die einzelnen Schritte auf einer Zeitachse verteilt. Dabei sollten insbesondere berücksichtigt werden:
- Hardware-Garantiezeiten
- End-of-Support und End-of-Life von Betriebssystemen
- Neue Releases von Applikationen
- Entwicklung der Nutzerzahlen (für den Ausbau der Backend-Infrastruktur)
- Zukünftige Service-Levels
Vorteile einer Service Roadmap
Die Bedeutung und Komplexität von IT-Systemen erhöhen sich in enormer Geschwindigkeit. IT-Abteilungen können deshalb oft nicht mehr allein Entscheidungen treffen oder einzelne Anfragen als einmalig behandeln. Die strategische Bedeutung der IT-Landschaft verlangt, dass die Führungsebene in Pläne involviert und ein kohärentes Konzept für die Zukunft entwickelt wird.
Eine Service Roadmap bringt viele geschäftliche wie strategische Vorteile:
- Alignment der IT-Services an die Geschäftsstrategie: Eine Service Roadmap schafft Transparenz über die Weiterentwicklung aller IT-Services und ermöglicht so, diese mit der Geschäftsstrategie abzustimmen.
- Vereinfachung der Planungsprozesse: Durch die Dekomposition der IT-Services in ihre Bestandteile können einzelne Projekte geplant, Aufwände kalkuliert und Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden.
- Verbesserte Investitionsplanung: Eine Service Roadmap ermöglicht es, notwendige Investitionen abzuleiten und exakter in die Budgetplanung zu integrieren.
Aufbau einer Service Roadmap in sechs Schritten
1. Identifikation aller IT-Services: Als Erstes wird das IT-Service-Portfolio identifiziert. Für jeden Service wird anhand der Schritte 2–6 eine eigene Roadmap erstellt.
2. Dekomposition der IT-Services: Die einzelnen Bestandteile werden identifiziert: Backend-Hardware, Server-Betriebssysteme, Anwendungen, Datenbanken und Endgeräte sowie Dienstleistungen wie Service Desk und ITSM-Prozesse.
3. Definition der Entwicklungsschritte: Für jede Service-Komponente werden die geplanten Update-/Upgrade-Termine auf einen Zeitstrahl gebracht. Kritische Fragen: Wann läuft die Garantie aus? Wann gibt es keine Sicherheitspatches mehr? Wann kommen neue Releases?
4. Aufwands- & Kostenschätzung: Interne Aufwände, externe Aufwände sowie Investitionskosten werden identifiziert.
5. Priorisierung: Anhand der Aufwände und Kosten werden die Vorhaben priorisiert und Ressourcen entsprechend des Gesamtbudgets angepasst.
6. Planung der Vorhaben (Projekte): Die einzelnen Vorhaben werden im Detail geplant, bevor es an die Umsetzung geht.
Wichtig ist, regelmässige Review-Zyklen zu verankern, um sich ändernde Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
Fazit: Die Service Roadmap als Treiber für die IT-Strategie
Eine Service Roadmap dient nicht nur dazu, kostspielige Fehlinvestitionen frühzeitig aufzudecken. Sie unterstützt wesentlich dabei, die Strategie zu definieren und zu visualisieren, und regt so die Diskussion an, die es braucht, um eine einheitliche Stossrichtung und gemeinsame Vision für das Unternehmen festzulegen.