Glossar

ITSM, KI & Compliance — klar erklärt.

Die wichtigsten Begriffe aus IT Service Management, Data & AI und regulierter IT — kompakt definiert. Für Entscheider:innen, die schnell Klarheit wollen.

IT Service Management & ITIL

ITSM (IT Service Management)
Die Disziplin, IT-Leistungen als durchgängige Services zu planen, bereitzustellen und kontinuierlich zu verbessern — ausgerichtet an Geschäftszielen statt an Technik allein.
ITIL 4
Das weltweit verbreitetste Rahmenwerk für IT Service Management. ITIL 4 rückt Wertschöpfung (Service Value System) und flexible „Practices" statt starrer Prozesse in den Mittelpunkt.
ESM (Enterprise Service Management)
Die Übertragung von ITSM-Prinzipien auf andere Unternehmensbereiche wie HR, Facility oder Finanzen — ein gemeinsamer Service-Ansatz über die IT hinaus.
Service Value Chain
Das zentrale Modell in ITIL 4: sechs Aktivitäten (Plan, Improve, Engage, Design & Transition, Obtain/Build, Deliver & Support), die gemeinsam aus Nachfrage Wert erzeugen.
Incident Management
Der Prozess, Störungen (Incidents) schnellstmöglich zu beheben und den normalen Servicebetrieb wiederherzustellen.
Problem Management
Die systematische Analyse wiederkehrender Störungen, um deren Ursachen dauerhaft zu beseitigen.
Change Enablement (Change Management)
Die kontrollierte Steuerung von Änderungen an IT-Services, um Nutzen zu maximieren und Risiken zu minimieren.
Servicekatalog (Service Catalogue)
Ein strukturiertes Verzeichnis aller angebotenen IT-Services mit Beschreibung, Kosten und Service-Levels — die „Speisekarte" der IT.
SLA (Service Level Agreement)
Eine verbindliche Vereinbarung über messbare Service-Qualität (z. B. Verfügbarkeit, Reaktionszeit) zwischen Anbieter und Kunde.
CMDB (Configuration Management Database)
Eine Datenbank aller IT-Komponenten (Configuration Items) und ihrer Beziehungen — Grundlage für Transparenz und Auswirkungsanalysen.
Reifegradanalyse
Die strukturierte Bewertung, wie ausgereift die ITSM-Prozesse einer Organisation sind, samt Ableitung priorisierter Verbesserungsschritte.
Continual Improvement
Das ITIL-Prinzip der laufenden, datengestützten Verbesserung von Services und Prozessen.

Data & AI

Künstliche Intelligenz (KI)
Software, die Aufgaben übernimmt, die üblicherweise menschliche Intelligenz erfordern — etwa Sprache verstehen, Muster erkennen oder Entscheidungen unterstützen.
Generative KI
KI, die neue Inhalte erzeugt (Text, Bild, Code) statt nur zu klassifizieren — Grundlage von Werkzeugen wie ChatGPT.
LLM (Large Language Model)
Ein großes Sprachmodell, das auf riesigen Textmengen trainiert wurde und natürliche Sprache versteht und generiert.
RAG (Retrieval-Augmented Generation)
Eine Technik, bei der ein Sprachmodell vor der Antwort gezielt relevante Dokumente abruft — so werden Antworten faktenbasiert und aktuell.
KI-Agent (Agentic AI)
Ein KI-System, das nicht nur antwortet, sondern eigenständig mehrstufige Aufgaben plant und über Werkzeuge ausführt.
MCP (Model Context Protocol)
Ein offener Standard, über den KI-Modelle sicher auf externe Datenquellen und Werkzeuge zugreifen.
Data Engineering
Der Aufbau zuverlässiger Datenpipelines und -plattformen, damit Daten sauber, sicher und performant nutzbar sind.
Business Intelligence (BI)
Die Aufbereitung von Unternehmensdaten in Dashboards und Reports zur fundierten Entscheidung.
Data Governance
Regeln, Rollen und Prozesse, die Qualität, Sicherheit und rechtskonforme Nutzung von Daten sicherstellen.
Machine Learning
Ein Teilgebiet der KI, in dem Modelle aus Daten lernen, statt explizit programmiert zu werden.

Qualität, Compliance & Regulatorik

DSG (Datenschutzgesetz)
Das Schweizer Bundesgesetz über den Datenschutz, das den Umgang mit Personendaten regelt (revidiert 2023).
DSGVO (GDPR)
Die EU-Datenschutz-Grundverordnung — maßgeblich, sobald Daten von EU-Bürger:innen verarbeitet werden.
GxP
Sammelbegriff für regulatorische „Good Practice"-Richtlinien in den Life Sciences (GMP, GLP, GCP …), die Patientensicherheit, Produktqualität und Datenintegrität sichern.
CSV (Computer System Validation)
Der dokumentierte Nachweis, dass ein computergestütztes System in regulierten Umfeldern zuverlässig und vorschriftskonform funktioniert.
GAMP 5
Ein Leitfaden für die risikobasierte Validierung computergestützter Systeme in der Pharma- und Medtech-Branche.
SaMD (Software as a Medical Device)
Software, die selbst als Medizinprodukt gilt — mit entsprechenden Zulassungs- und Dokumentationspflichten (MDR, FDA).
MDR (Medical Device Regulation)
Die EU-Verordnung für Medizinprodukte mit strengen Anforderungen an Sicherheit, klinische Bewertung und Dokumentation.
Swiss Hosting / Datenhaltung Schweiz
Der Betrieb von Daten und Diensten ausschließlich auf Servern in der Schweiz (bzw. EU) — wichtig für Datenschutz und digitale Souveränität.
Zero-Retention
Die Zusicherung, dass eingegebene Daten von einem KI-Dienst nicht gespeichert oder zum Training verwendet werden.

Methoden & Frameworks

HERMES
Die Schweizer Projektmanagement-Methode der Bundesverwaltung — Standard für IT- und Organisationsprojekte in Kantonen und Bund.
Scrum / Agile
Ein iteratives Vorgehen, bei dem in kurzen Zyklen (Sprints) lauffähige Ergebnisse entstehen — flexibel bei sich ändernden Anforderungen.
PMO (Project Management Office)
Eine zentrale Stelle, die Projektstandards, -steuerung und -reporting über das gesamte Portfolio hinweg sicherstellt.
Portfolio Management
Die priorisierte Steuerung aller Projekte und Initiativen entlang der Unternehmensstrategie.

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